Entwicklung der E-Drums
Die klassische Besetzung einer Rock- oder Popcombo besteht sicherlich aus einem Gitarristen, einem Bassisten, einem Pianisten und einem Schlagzeuger. Damit nun aber die Töne, die die Musiker erzeugen, auf die CD oder an die Ohren der Zuschauer eines Konzertes gelangen können, müssen die Schallwellen verstärkt werden. Für Musiker, die in die Saiten oder Tasten greifen, standen schon sehr früh Instrumente zur Verfügung, die durch Elektronik den gespielten Ton aufnehmen und ihn zu den Verstärkern weiterleiten.
Kaum ein Gitarrist oder Bassist kommt ohne elektrisch verstärkte Instrumente aus. Gleiches gilt für den Pianisten, der sowohl das akustische Klavier als auch das Keyboard, welches ebenfalls elektronisch verstärkt wird, spielen kann. Für einen Schlagzeuger gab es solche Möglichkeiten lange Zeit nicht. Ein Schlagzeug konnte bis vor einigen Jahren immer nur akustisch gespielt werden. Der Ton wurde dabei mittels Mikrofone direkt am Instrument abgenommen und an die Verstärker weitergeleitet. Der Nachteil dieser Methode war ohne Frage, dass dabei auch Nebengeräusche beispielsweise auf der Bühne verstärkt wurden. Lange tüftelten die Entwickler an geeigneten elektronischen Methoden, um auch den Drummern ein adäquates elektronisches Instrument zur Verfügung stellen zu können. Die Firma Simmons gilt in diesem Bereich als Wegbereiter. Simmons entwickelte Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts das Simmons SDS 5, das legendär wurde. Hierbei handelte es sich um sechseckige Drumpads, die den Weg ebneten für die späteren E-Drums.
Die Entwicklung der elektronischen Schlagzeuge ging in der Zeit stetig voran. Es folgten das Simmons SDS 7 und das SDS 8. Jedoch bevorzugten die Schlagzeuger seinerzeit E-Drums eher als Klangmodul, das Töne erzeugen konnte, die mit einem akustischen Schlagzeug nicht möglich sind. Hier lehnte man sich eng an die Generation der Synthesizer an, die in den 80er Jahren ungemein populär waren. Aber auch die Techno-Sounds in den 90er Jahren waren ohne diese E-Drums wegen der immens schnellen Beats nicht denkbar. Jedoch erlebten die E-Drums erst Mitte der 90er Jahre durch Weiterentwicklungen der Firmen Roland und Yamaha ihre verdiente Anerkennung als gleichwertiges Schlagzeug. Durch die Innovationen, die inzwischen entwickelt wurden, war es nunmehr möglich, die Pads, mit denen E-Drums gespielt werden, normalen Schlagzeugfellen nachempfinden zu können. Denn die bist dahin verwendeten Kunststoffoberflächen ahmten meist eher den Klang eines Plastikeimers als den eines gut gestimmten Felles nach. Anfang der 90er Jahre wurden dann die ersten Gummipads entwickelt, die in der Mitte der 90er Jahre von den sogenannten Meshheads, Pads aus einem Aluminiumgeflecht, abgelöst wurden.
Somit wurde die Bespielbarkeit wesentlich realistischer und die Schlagzeuger bekamen ein weit besseres Gefühl für die Spielweise mit einem elektronischen Drum-Kit, da alleine schon das Reboundverhalten dieser neuen Pads weitaus besser war als das der alten Kunststoffpads. Doch auch in den 90er Jahren konnten E-Drums immer noch nicht wirklich mit den klassischen akustischen Schlagzeugen mithalten. Denn eines fehlte noch, um gleichwertig gegen klassische Schlagzeuge bestehen zu können: die Becken. Denn erst Anfang 2001 stellte die Industrie den Schlagzeugern die ersten Becken-Pads zur Verfügung. Wurden die E-Drums bis dahin als zusätzliches Instrument zum akustischen Schlagzeug verwendet, konnten sich jetzt die Drummer ihr elektronisches Wunsch-Kit komplett zusammenstellen.