Die 3 Großen im Bereich der E-Drums
Die Entwicklung der E-Drums liegt noch gar nicht so weit zurück. Lange Zeit konnten Schlagzeuger nur zuschauen, wie die Bandkollegen an der Gitarre und am Bass die Stecker an einem Ende in ihr Instrument und am anderen Ende in die Verstärkertürme steckten, um so elektronisch unterstützt die bestmöglichen Sounds aus den Saiten herausholen zu können. Anfang der 80er Jahre machten sich die Entwickler auf, um auch für den Trommler gleichwertige Instrumente konstruieren zu können. Man orientierte sich stark an den Synthesizern, deren Klänge in den 80er Jahren geradezu einen Hype erlebten und so den Synthi-Pop hervorbrachten.
Simmons, seinerzeit führend im elektronischen Perkussionsbereich, brachte Anfang der 80er Jahre das legendäre SDS 5 auf den Markt. Hierbei handelte es sich um sechseckige Schlagzeugpads, die mit verschiedenen Sounds belegt waren. Seinerzeit eine Revolution. Nun hatten die Drummer die Möglichkeit, ihr klassisches Set mittels der Simmons Pads modifizieren und so einen ganz eigenwilligen und neuen Sound kreieren zu können. Ebenso Roland machte sich in der Zeit daran, solche Pads zu entwickeln und schickte alsbald die PD31 an den Start. Selbstverständlich versuchten sich auch die anderen führenden Schlagzeughersteller wie beispielsweise Sonor darin, eigene E-Drums in Form von Pads zu entwickeln. Doch der Run der E-Drums verlief seinerzeit ein wenig im Sande, da die Pads und somit auch Sounds beschränkt waren auf die gespeicherten Klänge. Hinzu kam, dass sich diese Pads nicht wie normale Schlagzeugfelle spielen ließen. Für den Jazzbereich konnten sie beispielsweise gar nicht eingesetzt werden, da die Jazz-Trommler auf den Kunststoffoberflächen nicht wischen, somit also den für die Jazzmusik typischen Sound, der mit einem Jazzbesen gespielt wird, nicht erzeugen konnten. Auch für die in der Rockmusik gerne gespielten Wirbel eigneten sich diese Pads nicht. Roland startete mit Beginn der 90er Jahre dann einen erneuten Anlauf mit der Weiterentwicklung der E-Drums.
Nach und nach entstanden echte elektronische Schlagzeuge mit Eigenschaften, die einem klassischen Schlagzeug in nichts mehr nachstanden. Die heutigen E-Drums können genauso wie ein akustisches Schlagzeug gespielt werden, die Spieltechniken sind identisch. Seit 2001 gibt es sogar passende Cymbals, die den akustischen Becken weder im Sound noch in der Optik nachstehen. An dieser Entwicklung trägt sicherlich der Vorreiter Simmons einen großen Anteil. Aber die E-Drums, wie wir sie heute kennen, stammen von den Entwicklern der Firmen DDrums, Roland und Yamaha. Nicht umsonst haben sich die drei Großen von der Masse ab- und schlussendlich durchgesetzt. Dank ihrer Entwicklungen hat ein Schlagzeuger heute genauso wie seine Bandkollegen die Wahl, sich entweder für ein klassisches akustisches oder aber ein elektronisches Schlagzeug zu entscheiden.