Bei „richtigen“ Drummern waren E-Drums lange Zeit doch eher etwas verpönt. Wollte man das Haus rocken, so brauchte es zwingend eine bombastische Bude mit Becken in allen möglichen Größen bis hin zum China Gong hinter dem Trommler. Stand- und Hängetoms sowie eine Snare und mindestens eine Bassdrum gehören zu einem kompletten Drum-Kit unweigerlich dazu. Und natürlich darf die Hi-Hat nicht fehlen. Doch wie jeder andere Musiker auch muss ein Trommler, um richtig gut zu sein und zu bleiben, üben und nochmals üben.

Aber nicht jeder Drummer verfügt über seinen eigenen Proberaum, in dem es egal ist, wie laut das Schlagzeug ist. Und genau hier kommen die ehemals verpönten E-Drums ins Spiel, die längst nicht mehr als Kinderschlagzeuge abgetan werden können. Denn diese Drums haben gegenüber den klassischen Drums einen ganz klaren Vorteil. Sie sind leise. Nun fragt man sich sicherlich, wie das zusammengeht? Wie kann es möglich sein, ein Schlagzeug leise spielen zu können? Genau zu diesem Zweck wurden E-Drums entwickelt. Bereits Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts kamen die ersten elektronischen Schlagzeuge auf den Markt. Seinerzeit rümpfte man in der Musikerbranche allerdings noch kräftig die Nase. Denn die kleinen Trommeln mit einem Pad anstelle eines Fells darüber sahen erst einmal ein wenig befremdlich aus. Heute haben sich E-Drums mehr als etabliert. Denn sie sind die idealen Übungsschlagzeuge. Dies liegt darin begründet, dass ein elektronisches Schlagzeug in der Lautstärke einstellbar ist. So ist es sogar möglich, es komplett lautlos zu spielen.

Der Trommler hört seinen Sound über einen Kopfhörer und die Nachbarn freuen sich ob der Ruhe. Trotzdem verfügt ein elektronisches Schlagzeug über alle Features, die ein klassisches Schlagzeug ausmachen. Die Toms und Becken sehen ein wenig anders aus, liefern aber je nach Einstellung den gleichen Sound wie das normale Schlagzeug. Sicherlich ist dieser abhängig vom Geschmack des Schlagzeugers. Das ist ja beim klassischen Schlagzeug nicht anders. Der eine mag es lieber, wenn der Snareteppich straff gespannt ist, wohingegen der Andere die Snare schnarrender mag. Sowohl Toms als auch Becken werden bei E-Drums ebenfalls mit Stöcken gespielt. Durch den Schlag auf die Trommeln oder Becken werden Impulse ausgelöst, die dann in Töne umgewandelt werden. Daher ist es möglich, E-Drums so einzustellen, dass lediglich der Trommler selbst über einen Kopfhörer sein Spiel hört. Doch E-Drums haben noch einen weiteren ganz entscheidenden Vorteil. Sie sind enorm platzsparend. Dadurch, dass die Trommeln nicht die normale Höhe aufweisen, benötigen sie sowohl aufgebaut als auch verstaut wesentlich weniger Platz. Somit sind E-Drums geradezu ideal für das heimische Wohnzimmer.

Viele namhafte Hersteller bieten elektronische Schlagzeuge an. Vorreiter war seinerzeit aber sicherlich Roland. Noch heute gelten die E-Drums aus dem Hause Roland als geradezu legendär. Trotzdem gibt es inzwischen eine gute Auswahl verschiedener Produzenten, die E-Drums zu einem vernünftigen Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten. Hierzu gehören beispielsweise der japanische Hersteller Yamaha oder auch die Firma Alesis. Somit sind E-Drums das ideale Drum-Kit für alle diejenigen, die zwar das Schlagzeug-Spielen für sich entdecken, trotzdem aber auch weiterhin ein gutes Verhältnis mit ihren Nachbarn pflegen möchten.

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